[07.01.2009 - Online 4/5]
Aktuelles

Liebe Leserinnen und Leser, all das habe ich in der eingangs genannten Sitzung in wesentlichen Stichworten vorgetragen. Nicht inbegriffen in diesen Betrachtungen sind diverse Maßnahmen aus einem Kulturkonzept vom Oktober 2007.

Ich habe einer Beschlussvorlage zugestimmt in der am Ende der Betriebsleitung des Eigenbetriebes des Sport- und Freizeitbetriebes Entlastung erteilt wird. Einmal weil sie nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, für etwas, was am Ende ein Mehrheit des Stadtrat über Jahre verzapft hat und zum anderen, weil sie in einer Stellungnahme mit Erkenntnissen wie
alternative Finanzquellen durch private Partnerschaften, Verkäufe von Grundstücken und Gebäuden, oder Kooperationsverträge mit Dritten aufwarten und gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt realistische Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung entwickeln wollen.

Dass diese Gesamtdiskussion in den Stadtrats-Wahlkampf fallen wird, kann einer besseren Gesamtentwicklung nur dienlich sein.
Denn eines ist klar: Da müssen einige Kandidaten abgewählt werden.



Bleibt zu ergänzen, was Herr Richter von der MZ in seinem Betrag zu diesem Punkt einen Tag später schreibt:

„Die Debatte zum defizitären Sport- und Freizeitbetrieb nutzte Hartwig Arps (Fraktion Bürger für Weißenfels/Statt Partei), um emotionsgeladen auf überdimensionierte Ausgaben im Bereich Sport und Kultur der letzten Jahre aufmerksam zu machen. Dazu gehört nach Arps` Ansicht auch der Bau der neuen Stadthalle.“

Das mag zwar gut geeignet sein, um nicht ausreichend informierte Bürger gegen mich aufzubringen, wesentliche Informationen zum eigentlichen Problemkreis sind das nicht.

Wenn allerdings der Bürger Manfred Rauner auf eine erste 100-Tage-Analyse seines Nachfolgers wie ein getroffener Hund bellt, wird da nicht etwa ein Leserbrief veröffentlicht. Nein: Er bekommt einen Extraartikel mit dem Titel „Rauner stellt sich hinter Ex – Mitarbeiter“
Die Themen werden im Wahlkampf ausführlich erörtert werden.

Mir geht es an dieser Stelle um etwas anderes:
Der Kölner Verleger Professor Alfred Neven DuMont, der auch Herausgeber der Mitteldeutschen Zeitung ist, forderte kürzlich in einem Leitartikel der MZ die Presse dazu auf, sich kritischer in die aktuelle Tagespolitik einzumischen.

Ein Leser reagierte in einem Leserbrief mit den Worten:
„Ich bitte darum, dass die Mitteldeutsche Zeitung…auch kritische Beiträge veröffentlicht, die insbesondere die Hintergründe zu gesellschaftlich relevanten Sachverhalten und Vorgängen erkennen lassen und die Selbstzufriedenheit politischer Handlungsträger in Frage stellt.“

MZ-Mitarbeiterin Petra Wozny hat vorgemacht, wie es gehen könnte.
Zum Thema „Reichlich Kohle für städtische Kultur“ schreibt sie am 23.August 2008 ausführlich über Zustände in Hohenmölsen, über ein “Trauerspiel in drei Akten“, über kulturelle Einrichtungen, die man sich dort nicht leisten kann. Sie schreibt über Defizite, über Abrisse von Kulturhäusern aus Kostengründen und über Schlussfolgerungen wie finanzielle Mitbeteiligung der Nutzer der Kulturstätten. Sie bringt Zahlen, Fakten, Vergleiche und kommt zu Erkenntnissen, die der Leser nachvollziehen kann.

Als Abonnent der MZ, der wegen des dortigen Umganges mit Leserzuschriften erst auf die Idee gekommen ist, eine eigene kleine Zeitung zu gründen, schließe ich mich den obigen Forderungen an und verweise wiederholt auf den Buchtitel von Gunnar Hinck.

In Weißenfels soll ein altes E-Werk saniert werden - am Rande der Stadt, die sich schon die bereits vorhandenen Einrichtungen nicht leisten kann. Solche oder andere Themen, wie sie z.B. aktuell von der BI “Pro Weißenfels“ hinsichtlich Schlachthof an die Öffentlichkeit gebracht werden: Es muss doch auch bei der MZ jemanden geben, der das wirklich kritisch beleuchtet und die Bevölkerung über alle Zusammenhänge aufklärt.

Vielleicht schreibt auch mal jemand etwas mehr über die Verantwortlichen in Weißenfels, ohne dabei mit billigen Tricks die Schuld für das Dilemma der Stadt auf den Amtsnachfolger abzuwälzen. Über eine CDU, die in Weißenfels eigentlich seit Rauner nicht mehr wirklich existiert, die ihre kritischen Geister vertreiben oder ausschließen will.

Vielleicht auch einmal etwas über Zustände, über die Altkanzler Helmut Schmidt - die deutsche Autorität an sich - in seinem aktuellen Buch „Außer Dienst“ folgendes schreibt:

„Damit die Veränderungen… für die Bürger einleuchtend und für die Wähler akzeptabel werden, sollten die regierenden Politiker die Fakten und Zahlen ohne Beschönigung immer wieder öffentlich darlegen. Auch die verantwortungsbewussten Medien haben hier eine Aufgabe. Dieser Prozess wird für viele Politiker schmerzhaft werden. Manche werden sich den Konsequenzen verweigern, andere werden sich opportunistisch zu unwahrhaftigen Versprechen versteigern. Besonders die ehemaligen Kommunisten und andere Klassenkampf-Ideologen, die sich in Deutschland neuerdings in „Die Linke“ umbenannt haben, werden große propagandistische Anstrengungen unternehmen, um naiven Wählern ihre vermeintlichen Patentlösungen vorzugaukeln.“
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