| Neue Märkte an allen Ecken - Weißenfels fehlt Einzelhandelskonzeption?
So konnte man es am 15.08.08 in der MZ lesen. (Das Fragezeichen stammt von mir) Da muss doch irgendetwas in Weißenfels nicht stimmen?! Ich könnte eine vielseitige Provinzposse über das Zustandekommen des von der Stadt in Auftrag gegebenen Einzelhandelsgutachtens ab 2003 schreiben. „Ausgehend von der Ist-Situation sowie basierend auf globalen, regionalen und lokalen Entwicklungsparametern, Annahmen zur Entwicklung der Wohnbevölkerung, der Kaufkraftkennziffern und der ladeneinzelhandelsrelevanten Pro-Kopf- Ausgabebeträge im Einzugsgebiet wird anhand zukünftiger Warengruppenspezifischer Nachfragevolumina bis zum Jahre 2008 in qualitativer Form zu den Entwicklungsspielräumen in der Weißenfelser Stadtmitte gutachterlich Stellung genommen.“ Nun haben wir 2008 und jeder kann sehen, was daraus geworden ist. Die Gesamtsituation im Einzelhandel und besonders in der Innenstadt spricht Bände. In meiner persönlichen Einschätzung zu diesem Gutachten (an die Fraktionen verteilt) hatte ich umfassend begründet, warum die Studie hinter den bereits bekannten Sachverhalten, Zusammenhängen und Wirkungsmechanismen weit zurück bleibt. Ich hatte festgestellt und begründet, dass der IHK-Atlas als Entscheidungshilfe für strategische handelsrelevante Fragestellungen bei qualifizierter Anwendung in Verbindung mit vorhandenen lokalen und regionalen Erfahrungen ausreicht, um aus eigener Kraft und Substanz die Probleme einer bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung in Verbindung mit städtebaulichen Konsequenzen zu erreichen. Analogien zum heutigen Stadtentwicklungskonzept 2030 sind klar ersichtlich. Speziell für die Innenstadt kann eine solche Planung und Entwicklung nur stattfinden, wenn der Wohnungsleerstand von über 40% nicht durch Abrisse, sondern über Sanierung der Altbausubstanz zu einem attraktiven Wohnstandort Innenstadt (beispielsweise nach Revitalisierungskonzept Dr. Klein) entwickelt wird. Nur wenn eine ausreichend zahlungsfähige Bevölkerung vor Ort wohnt, blüht auch automatisch ein Einzelhandel, der auch immer der Bevölkerungsstruktur entspricht. Das ist keine neue Erkenntnis. Es müssen nun endlich Bedingungen geschaffen werden für diejenigen, die wir in unsere „Wohnstube“ einladen wollen, sollen und müssen. Dazu brauchen wir ein „eigenes“ Konzept. Aus der eigenen Verwaltung und mit den Erfahrungen derer, denen das bisher besser gelungen ist. In Leipzig z.B., wo man 40.000 Bewohner zusätzlich in eine sanierte Innenstadt geholt hat. Fragt man vor diesem Hintergrund im Bereich Baurecht der Stadtverwaltung zum Thema „Discount- Valley“ an, dann kann man folgendes vernehmen: Nach diesen Informationssplittern aus einem Telefongespräch und dem, was ich aus dem Baurecht weiß, kann ich jedenfalls nicht erkennen, dass eine Kommune jeglichen Investitionsvorhaben dieser Art schutzlos ausgeliefert ist. Liebe Leserinnen und Leser, „Wenn ich die aktuellen Entwicklungen in den Innenstädten betrachte, befällt mich ein Grausen. Deshalb bin ich der Auffassung, dass der Titel dieser Publikation die Dramatik des aktuellen Strukturwandels des Einzelhandels und dessen Auswirkungen auf unsere Städte durchaus angemessen beschreibt.“ So schreibt Walter Blume als einer der Herausgeber in seinem Vorwort zu dem Titel, den ich Ihnen nachfolgend vorstellen möchte. H.Arps
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