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[24.11.2011] “Die Krise wird an Sprengkraft gewinnen“, warnte am Dienstag Prof. Arnulf Baring in Menschen bei Maischberger. Ein gewaltiger Lernprozess in der überregionalen Presse ist zu beobachten: „Zehn Gründe, warum der Euro ein Fehler war“, schreibt ein Redakteur in der WELT vom 20.11.2011. Und gestern ein namhafter Journalist der gleichen Zeitung im Leitartikel Deutsche Frage 2011: „Der Geldschmelze folgt, wenn das 20. Jahrhundert etwas lehrt, die Kernschmelze der Politik.“ Es gilt, wie nie zuvor, Fehler zu analysieren und Verantwortliche zur Verantwortung zu ziehen. Ich nahm mir Zeit, um die Dinge in Ruhe zu beobachten und beginne nun, die Ergebnisse zu ordnen und niederzuschreiben. In Weißenfels gilt es am Beispiel E- Werk zu verhindern, dass ein Thema vertuscht wird, das exemplarisch ist für Verschwendung, Ignoranz und für Vergehen gegen alle Gebote und Regeln zum sparsamen Umgang mit öffentlichen Geldern. Es muss öffentlich mit Name und Hausnummer aufgearbeitet werden, wie es passieren konnte, dass ein millionenschweres Bauwerk dieser Art am Stadtrand entstehen konnte. Völlig entgegen des Bedarfs an derartigen Einrichtungen samt teurem Umfeld. Ich werde über eine Zusammenarbeit mit dem Bund der Steuerzahler anstreben, dass das Thema E-Werk Weißenfels im nächsten Schwarzbuch Die öffentliche Verschwendung erfasst wird. Es gilt Personen und Sachzusammenhänge neu zu betrachten, die nach meiner Überzeugung über Jahre die Demokratiekultur in dieser Stadt schwer beschädigt haben. Herr Rauner beispielsweise, der als Kommunalpolitiker seine Privatgeschäfte auch in relevanten Teilen der Stadtentwicklung gemacht hatte. Es reichte ja aus, sich bei entsprechenden Abstimmungen für befangen zu erklären. Klientelpolitik ist nie mit solchen Bekenntnissen auszuschließen. Gleich gar nicht, wenn ein Mitglied für eine private Betreibergesellschaft offenbar nicht wegen seiner fachlichen Qualifikation in Form einer entsprechenden Ausbildung, sondern wegen einer politischen Funktion gesucht und gefunden werden soll. So etwas läuft immer „demokratisch“ ab. Da wäscht die eine Hand die andere und auf solchen Grundlagen wird man im Bedarfsfall auch schnell mal zum Müllspezialisten und zum verantwortlichen Mitarbeiter in der Containeranlage eines Müllmoguls. Was sind das für Zustände, wenn Herr Uhle im MZ-Leserbrief vom Dienstag öffentlich darüber nachdenken muss, ob der Reichhardtswerbener Rat komplett zurückzutreten sollte. Angesichts einer „millionenschwerer Umgestaltung eines gebrauchsfähigen Marktplatzes“ oder der „ Umwandlung eines leerstehenden Industriegebäudes in eine Investruine.“ Was sind das für Zustände, wenn die Stadträte Wanzke und Dr. Klein (BfW) zur Erkenntnis kommen müssen, dass der gegenläufige Verkehr beim Umbau der Promenade in Verbindung mit dem Busbahnhof doch vor allem für die Regionalverkehrsgesellschaft (RVG) geplant wird und beklagen, dass der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Ekkart Günther (CDU-Fraktion), zugleich Geschäftsführer der RVG ist und deshalb beantragen müssen, diesen Stadtrat für befangen zu erklären? Was sind das für Zustände, wenn dem gleichen Stadtrat Günther ab 01.01.2012 die Leitung der Stadtwerke übertragen wird, ohne dass er erkennbare fachliche Qualifikationen und Erfahrungen für die Führung eines derart wichtigen und komplizierten Betriebes vorweisen kann? Was sind das für Zustände, wenn jemand aus diesem Umfeld einen öffentlichen und gut dotierten Job im Sport-& Freizeitbetrieb erhält, obwohl der Zwang zur Reduzierung von Personalkosten besonders in einem defizitären Betrieb dieser Art schon immer vorhanden war und permanent größer wird? Liebe Leserinnen und Leser, Doch nun zu einem Thema, das gesamtgesellschaftliche Fehlentwicklungen auch in einem anderen Bereich drastisch deutlich macht: Mir fällt ein, was ich schon zu diesem Thema zusammengetragen habe. Ein Beispiel: Seehofer sprach sich außerdem gegen Zuwanderung “aus fremden Kulturkreisen“ aus. Dagegen werde sich die CSU „sträuben bis zur letzten Patrone.“ Die Halle zum politischen Aschermittwoch in Passau tobte vor Begeisterung. Oder zu den „Tükken“ des föderalen Systems: Abschließend meine eigentliche „Botschaft“ zur allgemeinen Besinnung. Aber auch die fällt nach dem Lesen der gestrigen MZ anders aus, als ursprünglich gedacht. Danach droht aus der „Höfischen Weihnacht“ nach meiner Auffassung eine bessere Kneipenmeile zu werden. Warum ich das so sehe, lesen Sie bitte in meinen Beiträgen aus den Vorjahren zu diesem Thema. Ich habe dem nur hinzuzufügen, dass die hoffentlich erneut eingehenden Spenden auf dem Hof der Seumebuchhandlung ausschließlich wieder zur Leseförderung von Kindern und Jugendlichen in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek eingesetzt werden. Hartwig Arps |
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