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[15.03.2011] „Da sich Gaddafi über die Jahre hinweg gegenüber nützlichen Idioten von ganz links bis ganz rechts spendabel zeigte, dürfte noch manche peinliche Enthüllung bevorstehen.“ (WELT, 06.03.2011) Die politische Heuchelei und Dealerei ist allgegenwärtig. Die schrecklichen Katastrophen in Japan mit Erdbeben, Tsunami und Riesenproblemen mit den Atomkraftwerken erinnern an den Ausstieg vom Ausstieg aus der Kernenergie, den die Atomlobby in Deutschland politisch durchgesetzt hat. Die Merkel ändert ihre Meinung dazu aktuell in 24 Stunden. Es wird brenzlig für eine Kanzlerin, der man zur Sicherung ihrer Macht inzwischen alles zutrauen muss. Leider stehen derzeit nur Landtagswahlen an. Allerdings Grund genug, um auch hier mal reinzustrahlen: Politischer Aschermittwoch in Passau Man kann getrost davon ausgehen, dass das keine Entgleisung eines besoffenen CSU-Chefs war. Eher schon davon, dass es sich um die aktuelle Auffrischung einer politischen Standortbestimmung handelt, wie sie zu Zeiten der CSU- Ikone Franz Josef Strauß oft genug zu vernehmen war: „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben.“ Demokratisch legitimiert wiederum ist alles, was vom Volk rechtmäßig gewählt wird. Über „Die unheimliche Anziehungskraft der NPD“ in Sachsen-Anhalt Haseloff ist da nicht besser: „Dann nannte Wirtschaftsminister Haseloff sogar Linke und NPD in einem Atemzug: Wenn man das Land derart schlecht rede, steige die Zahl der von der Politik enttäuschten Menschen die dann NPD oder Linke wählten. … Wolpert wandte sich gegen ein Verbot der NPD; stattdessen müsse es mehr bürgerlichen Widerstand geben.“ (MZ, 02.02.2011) Wenn man weiter einige ausgewählte Zitate aus der aktuellen Berichterstattung der vergangenen Tage über die verschiedenen Themen zusammenstellt, ergibt sich daraus schnell ein aktuelles Stimmungsbild für Sachsen-Anhalt. „Die Demokratischen Parteien sollten sich mit der NPD politisch auseinandersetzen. Es müsse ein aufnahmefreundliches Klima für Zuwanderer geschaffen werden, erklärte gestern Innenminister Hövelmann.“ (MZ, 26.02.2011) Während „Herr Überall“ Haseloff ebenso wie diverse andere CDU/CSU -Größen Probleme mit dem Sitten- und Moralverfall am Beispiel Guttenberg („Kein Fehlverhalten im Amt“ „Frankreichs Rechtsextreme rütteln an Sarkozys Thron. „Geert Wilders ist jetzt eine landesweite Kraft. Der Islamkritiker zieht in alle Provinzparlamente ein. Die Topmeldung der Tageszeitung ‚Volkskrant’ war gestern neben den Wahlen, dass die Stadt Amsterdam eine neue Sondereinheit von 250 Beamten gebildet hat, die sich um die 600 Intensivtäter zwischen 18 und 24 Jahren in der holländischen Metropole kümmern soll. Jeder Niederländer weiß, welche Wirklichkeit hinter dieser Meldung steckt.“(DIE WELT, 04.03.2011) Liebe Leserinnen und Leser, an dieser Stelle kommt man schnell zum Herr Erben, Herr Hövelmann, Herr„Überall“ Haseloff und Co.: Hier noch einmal eine Auswahl von Spuren ihrer missratenen Politik, über die ich seit Jahren in dieser Zeitung berichte. (siehe zuletzt 10.01.2011: Ergebnisse der „letzten Ritter der Schwafelrunde“) Flughafen Cochstedt: Pleiten, Pech und Pannen ohne Ende; Saalekanal und „Hafen ohne Schiffe“; Baupfusch Harzautobahn; Fördermittelskandale in Sachen Kunststiftung Halle und IHK- Bildungszentrum Dessau- Rosslau; Madl- Skandal mit Gehälteraffäre und Doppelbeschäftigung, ohne Konsequenzen hinsichtlich neues Abgeordnetengesetz; Müllskandal Landesweit; Skandal um Abfallwirtschaft im BLK; Skandal um teure Baupläne in Sachen Finanzministerium; EU-Beschwerde wegen mangelnder Nachhaltigkeit eingesetzter Fördermittel; Skandalöses PPP-Modell im Strafvollzug, Superteurer Knast erfüllt Bedingungen nicht; Bedenken des Landesrechnungshofes an Uni-Klinik-Neubau; Letzter Rang in Sachen Bürgerservice; Spielbankaffären; bis hin zur Kritik des Rechnungshofes zum Umgang der Abgeordneten mit den Aufwandsentschädigungen für Wahlkreisbüros und Mitarbeiter.(MZ, 05.03.2011) Der frechste und dreisteste Skandal lässt die erste Landesliga der Parteizöglinge Und während Haseloff in Thale wahlkampfträchtig anbadet, droht gleich neben an in Bad Suderode das Kurzentrum Pleite zu gehen, weil das Land den Verlustausgleich von einer Millionen Euro pro Jahr seit 2010 nicht mehr zahlt. Auch dieser Prachtbau wurde seinerzeit mit 70% Fördermitteln gebaut. Nun schieben sich die Minister Haseloff und Hövelmann gegenseitig Schuld und Verantwortung für dieses Gaunerstück zu. Und hier könnte ich eine schier unendliche Liste von ähnlichen Schlagworten für eine ebenso verkommene Kommunalpolitik in Weißenfels fortsetzen. Als treuen Lesern meiner Zeitung will ich Ihnen eine Wiederholung ersparen. Aber eines sei noch vermerkt: Für alle Fehlentwicklungen in Sachen Stadtumbau, E-Werk, Klärwerk und Co. tragen nicht in erster Linie die beteiligten Privatunternehmen die Schuld. Hauptschuldige für all das Desaster waren und sind, auch und besonders hier in Weißenfels, Politik und Verwaltung. Und das heißt konkret: Die jeweiligen Mehrheiten im Stadtrat und in jedem Falle die Führungsetagen im Rathaus. Allesamt - direkt und indirekt - im jeweiligen Deal mit den zuständigen Landespolitikern. Da fällt mir ergänzend zu meinen Revolutionszitaten nun noch Prof. Baring ein: Liebe Leserinnen und Leser, ich schließe mit diesem Beitrag eine Reihe von Kommentaren zu einem unbequemen Politikfeld ab. Mein Hauptanliegen war und ist eines der höchsten Güter, die es auch und gerade dann zu bewahren gilt, wenn es unbequem wird: Meinungsfreiheit. Was ich dazu in den vergangenen drei Monaten an Zustimmung und Solidarität bei meinen Leserinnen und Lesern und darüber hinaus erfahren habe, macht Mut und Zuversicht. Was in unseren Nachbarländern wie Frankreich, Holland und anderen in aller Offenheit und gebotenen Schärfe auf der Suche nach neuen Gesellschaftsordnungen in einer globalisierten Welt ausdiskutiert wird, wird in diesem Lande weitgehend vertuscht, verdrängt, verschwiegen und manipuliert. Die Unbequemen werden der Öffentlichkeit weitgehend vorenthalten. Im Schutz dieser „Politischen Korrektheit“ gedeihen Korruption, Verlogenheit, Vorteilsnahme und Postenschacher auf Kosten der Bürger. So lange ich kann, werde ich auch in Zukunft dagegen ankämpfen. Was uns droht, wenn das so weiter geht, äußert der Chef des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger Wolfgang Fürstner in einem Interview in der WELT vom 14.03.2011: Frage: „Müssen wir im schlimmsten Fall ein Oligopol in der globalen Medienlandschaft fürchten, mit schlimmen Folgen für die Meinungsvielfalt und- freiheit?“ Antwort: „Die Gefahr ist real. Wir alle - Medienunternehmen wie Medienpolitiker - müssen uns bewusst machen, dass wir uns am Beginn einer neuen Medien und Wirtschaftsordnung befinden, in der einige wenige Gigaunternehmen uns diktieren und sagen, was erlaubt ist und was nicht, mit allen Konsequenzen für die Pressefreiheit und vielfalt.“ Bitte gehen Sie wählen! Es dürfte für jeden etwas dabei sein! Hartwig Arps |
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