| [18.08.2010] Verehrtes Publikum, wir zeigten Ihnen anlässlich des SAT ein traditionsreiches Objekt. Es ist das einzige Kinotheater in Weißenfels, an dem mit dem Ziel einer Wiedereröffnung gearbeitet wird. Am 8. November 1913 wurde es als “eines der schönsten Lichtspieltheater der Provinz Sachsen“ mit einem Fassungsvermögen von etwa 500 Personen vom jüdischen Unternehmer Artur Jacob eröffnet. Nach der Stummfilmzeit wurde hier am 9. August 1921 erstmals in Weißenfels ein Tonfilmprogramm vorgeführt. Während der Einnahme der Stadt durch die US- Army im April 1945 richtete sich in diesen Räumen ein Kommandostab der 69.Infantry Division ein. Dann kamen die Russen und die DDR. Das Union- Theater nahm den Spielbetrieb wieder auf, überdauerte die Wende und wurde 1993 geschlossen. Was Sie nun zunächst für drei Tage hier sehen können, ist das Ergebnis zeitaufwändiger Eigenleistungen und Hobbyarbeit einer Familie und eines interessierten Freundeskreises. Allesamt besonders motiviert durch den schändlichen Abriss der Stadthallen und den Willen, den einzig verbliebenen Saal in unserer historischen Innenstadt zu retten: Das Dach ist dicht. Der komplette Fußbodenbereich erneuert, vorhandene Wandverkleidungen aus der WIWENA- Produktion, Teile der Beleuchtung und die gesamte Bühne renoviert. Einige noch verwendbare Originalklappsitze müssen zunächst noch herhalten und werden bei Bedarf durch provisorische Bänke ergänzt. Unter dem Originalschild der beliebten Visionsbar ist ein provisorischer Bartresen entstanden. Die funktionsfähige Vorführtechnik und der erwähnte Plakatschatz sind in Sicherheit, können aber leider noch nicht öffentlich präsentiert werden. Kurzum: Der Eindruck, hier sei die Zeit stehen geblieben, ist durchaus beabsichtigtes Zwischenziel auf dem Weg der Erhaltung einerseits und des Umbaus in ein neues kleines Theater für Kino, Kleinkunst und Kabarett andererseits. Ein gemütliches Kleinod in Würde und Bescheidenheit soll und wird es werden. Auch der gesamte Hofbereich befindet sich in der Umgestaltung. Das verfallene alte Kohleheizhaus wurde schon vor Jahren abgerissen, Hofmauern gerade erneuert und das alte grüne Holztor zur Großen Kalandstraße - das über Jahrzehnte die Einsicht verwehrte- durch ein neues Stahltor ersetzt. Insgesamt: Wir machen unermüdlich weiter. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen etwas Spaß und Freude und hoffen auf Ihr Interesse auch in Zukunft. Familie Arps |
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